Wassertransportleitung Opfingen-Breisach

Der Anschluss an das Wasserwerk der badenova in Hausen ist für Breisach am Rhein, Ihringen und Merdingen in greifbare Nähe gerückt – im November 2018 haben die Bauarbeiten zur neuen Wasserleitung begonnen, die die Trinkwasserversorgung für die drei Kommunen sichern soll. Die Transportleitung verläuft vom Hochbehälter Opfingen über Merdingen, Gündlingen und Hochstetten nach Breisach. Zwischen Merdingen und Gündlingen ist eine Notfallversorgungsleitung nach Ihringen geplant.

Das Bauprojekt, von dem rund 21.000 Bürger profitieren, soll Ende 2019 beendet sein. Die Menge des abgegebenen Wassers wird rund 1,1 bis 1,3 Millionen m³ betragen, die Spitzenabgabe pro Stunde liegt zwischen 350 und 400 m³.

Bau des neuen Trinkwasserverbunds

Auch für badenova bzw. bnNETZE gehört die Maßnahme zu den größeren Projekten: Der Bau der rund 14 Kilometer langen Leitung vom Hochbehälter Opfingen bis nach Breisach kostet rund 7 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich mit rund 1 Million Euro Fördermitteln. Im Jahr 2016 wurde bereits eine Anschlussleitung verlegt, an die nun angeschlossen werden kann. Bauliche Herausforderungen sind die Querung des Tuniberg zwischen dem Hochbehälter Opfingen und der Tallage in Merdingen sowie die Querung der örtlichen Naturschutzgebiete. Die wesentlichen Leitungen laufen jedoch im Randstreifen der Straßen und im Bereich landwirtschaftlicher Verkehrswege. Zwischen Opfingen und Breisach sind 12 Kilometer zu bauen, auf die Anschlussleitungen Merdingen und Ihringen entfallen zwei Kilometer.

Zeitplan der Bauabschnitte

Tätigkeit Zeitraum
Baustelleneinrichtung KW 45/2018
Funktionsabschnitt 1: Freiburg-Opfingen - Hochbehälter Merdingen KW 02/2019 - KW 20/2019
Funktionsabschnitt 2: Hochbehälter Merdingen - Übergabeschacht Merdingen "Emlettweg" KW 06/2019 - KW 16/2019
Funktionsabschnitt 3: Übergabeschacht Merdingen "Emlettweg" - Gündlingen KW 02/2019 - KW 23/2019
Funktionsabschnitt 4: Gündlingen - Breisach KW 47/2018 - KW 29/2019
Funktionsabschnitt 5: Gündlingen - Ihringen KW 31/2019 - KW 37/2019
Restarbeiten KW 36/2019 - KW 37/2019

Eine genaue Übersicht über die einzelnen Bauabschnitte bieten der Grobbauzeitenplan | XLSX, 45,6 kB sowie der dazugehörige Übersichtsplan der Wassertransportleitung | PDF, 2,8 MB . Beide werden regelmäßig angepasst.

Schematische Darstellung des Verlaufs der Wassertransportleitung (Stand: April 2019)

Hintergründe des Bauvorhabens

Der Anlass für die interkommunale Lösung waren die vorhandenen und sich für die Zukunft weiter verschärfenden Qualitätsprobleme beim Trinkwasser in der Münsterstadt Breisach am Rhein. Das Grundwasser, das gefördert wird, ist aufgrund des langjährigen Kalibergbaus im benachbarten Elsass stark salzhaltig und beschleunigt ein Korrodieren der Leitungen. Deshalb fließt von Zeit zu Zeit rosthaltiges Wasser aus den Trinkwasserhähnen, Leitungen und insgesamt die Installationen werden überdurchschnittlich belastet und angegriffen. Breisachs Bürgermeister Oliver Rein hat es sich bereits vor einigen Jahren zur Aufgabe gemacht, den Zustand abzustellen: „Eine Chloridblase schlummert unter unserer schönen Stadt und wird unser Trinkwasser auch in 50 Jahren noch beeinträchtigen, wenn wir nicht aktiv gegensteuern.“

In der Nachbarkommune Ihringen gibt es keine vergleichbaren Qualitätsprobleme. Doch die Gemeinde setzt auf einen Anschluss an den Wasserverbund, um mit einem Notanschluss die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, sollten die eigenen Tiefbrunnen einmal ausfallen. Bisher sichern Ihringen und Wasenweiler ihre Trinkwasserversorgung gegenseitig ab. Bürgermeister Benedikt Eckerle erläutert: „Weiterhin kann und wird sich Ihringen selbst mit eigenem Trinkwasser versorgen. Doch mit der Anbindung an den Verbund erhöhen wir für unsere Bürger die Versorgungssicherheit.“ Die Situation im Breisacher Ortsteil Gündlingen gestaltet sich ähnlich, so Bürgermeister Rein: Dort wird der Tiefbrunnen erhalten bleiben, der Anschluss an den neuen Verbund garantiert aber auch hier zusätzliche Versorgungssicherheit.

Die dritte Kommune im Bunde ist Merdingen: „Durch den Bau der Trinkwasserleitung erhält Merdingen eine redundante Wasserversorgung und wir können somit unser Pumpenhaus entlasten. Positiver Nebeneffekt der Mischversorgung wird eine deutliche Verringerung des Wasserhärtegrades sein“, so Bürgermeister Martin Rupp.

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