• Freiburger Wasserschlössle im Sternwald
  • Unsere Wasserwerke und Anlagen

    Dass sauberes, frisches Trinkwasser zu jeder Tageszeit aus dem Hahn fließt, ist für uns selbstverständlich. Doch was steckt eigentlich dahinter und wo kommt unser Wasser her?

    Wasserwerke sind Anlagen, in denen Trinkwasser gewonnen und aufbereitet wird. Anschließend wird es in Trinkwasserspeichern gesammelt, bevor es durch das Versorgungsnetz in die Haushalte fließt. Als größter kommunaler Wasserversorger im Südwesten Deutschlands und örtlicher Wasserversorger in Freiburg und Lahr versorgen wir Tag für Tag 568.000 Menschen mit bestem Trinkwasser. Um dies zuverlässig zu bewältigen, nutzen wir verschiedene Wasserwerke und Anlagen. Einige von ihnen sind bereits seit 150 Jahren in Betrieb und stehen unter Denkmalschutz. Lesen Sie selbst und wagen Sie den Blick ins Innere einer Wasserkammer. Erfahren Sie außerdem mehr zur Wasserqualität in Freiburg und zur Wasserqualität in Lahr.


    Unsere Wasserwerke und Anlagen in Freiburg

    Wasserwerk Ebnet

    Das von 1873 bis 1876 erbaute Wasserwerk Ebnet versorgt die Einwohner im Freiburger Osten. Dazu wird Wasser in unterschiedlicher Tiefe mit zwei Grundwasser-Sammlern sowie neun Tiefbrunnen gefasst und anschließend an die Oberfläche gefördert. Vom Wasserwerk gelangt es ganz ohne Energieeinsatz durch natürliches Gefälle in den Trinkwasser-Hochbehälter am Schlossberg sowie das Wasserschlössle im Sternwald. In diesen Trinkwasserspeichern wird das Wasser zwischengespeichert, um dann durch das Trinkwassernetz zu den Verbrauchern geleitet zu werden.

    Unser Trinkwasser verfügt bereits auf natürliche Weise über beste Qualität laut den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen. In Ebnet neutralisieren wir jedoch zusätzlich die im Wasser enthaltende Kohlensäure, die die Rohre angreifen würde, mit Kalkmilch. Zudem wird das Wasser entkeimt, um jederzeit die bestmögliche Qualität sicherstellen zu können.


    Trinkwasser-Hochbehälter am Schlossberg

    Der Hochbehälter am Schlossberg gehört zu den ältesten und wichtigsten Standbeinen der Trinkwasserversorgung für die Freiburger Altstadt. Er wurde in den Jahren 1874 – 1876 aus rotem Sandstein und Mörtel mit Dreisamsand erbaut. Die beiden Wasserkammern bestehen aus vier langen Tonnengewölben, die über kleine Durchgänge miteinander verbunden sind. Diese historische und technisch aufwändige Bauweise ist für die Trinkwasserspeicher in der Region einzigartig und wird heute so auch nicht mehr umgesetzt. Einige Teile des Hochbehälters stehen deshalb unter Denkmalschutz.

    Jeden Tag wird er mehrmals mit frisch aufbereitetem Trinkwasser aus dem Wasserwerk Ebnet befüllt. Insgesamt können die beiden Wasserkammern ca. 3.400 m3 Trinkwasser speichern, das entspricht 3,4 Mio. Litern oder knapp 23.000 vollen Badewannen.

    Gemeinsam mit dem Wasserschlössle im Sternwald versorgt der Hochbehälter am Schlossberg so täglich über 30.000 Haushalte östlich der Güterbahnlinie von der Wiehre bis nach Zähringen mit frischem Trinkwasser. Aktuell werden die Wasserkammern aufwendig saniert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Das Herzstück der Sanierung stellt die Innenauskleidung mit Polyethylen-Platten dar, um weiterhin eine hygienische und dichte Wandung des Hochbehälters sicherzustellen. Polyethylen besitzt sehr gute Reinigungseigenschaften und ist selbstverständlich für die Anwendung im Trinkwasserbereich zugelassen und zertifiziert. Wie es im Inneren des für die Freiburger Wasserversorgung elementaren Hochbehälters aussieht und welche Herausforderungen unsere Experten bei der Sanierung meistern müssen, sehen Sie im Video.


    Wasserschlössle im Sternwald

    Das verwunschene Wasserschlössle liegt mitten zwischen den Bäumen des Sternwalds oberhalb des Freiburger Stadtteils Wiehre. Es dient neben dem Hochbehälter am Schlossberg als weiterer Trinkwasserspeicher für den Freiburger Osten. 1895 begann man aufgrund der wachsenden Bevölkerung und dem Anschluss von immer mehr Haushalten an das Wassernetz mit dem Bau dieses zusätzlichen Hochbehälters. Mit der Fertigstellung des Wasserschlössles im Jahr 1896 hat Freiburg seinem Trinkwasser ein imposantes Denkmal gesetzt. Die Bauweise des Wasserschlössle ist einem alten Stadtsiegel aus dem Jahre 1245 nachempfunden, das bis heute auf den alten gusseisernen Kanaldeckeln in der Freiburger Innenstadt zu finden ist. Kunstvoll gestaltete Brunnen, reich verzierte schmiedeeiserne Türen, drei Türme mit Zinnen, eine prunkvolle Quadersteinfassade aus hellem Sandstein und andere architektonische Details erwarten den Besucher. Kaum jemand vermutet hinter der prächtigen Fassade in idyllischer Lage eine Versorgungsanlage für Trinkwasser. Der Hochbehälter „Wasserschlössle“ wurde 2010 generalsaniert.

    Hinter der Fassade befindet sich eine Vorkammer, dahinter zwei Wasserkammern. Die große Wasserkammer ist 33 Meter tief, sechs Meter hoch und 46 Meter lang. Der maximale Wasserstand beträgt 4 Meter. Sie fasst insgesamt ca. 3.800 m3 Wasser und wird aus dem Wasserwerk Ebnet gespeist. Das Wasserschlössle versorgt durch natürliches Gefälle die Wiehre und die Freiburger Altstadt. Der Tagesbedarf liegt bei ca. 45.000m3.

    Im Innern ist außerdem ein kleines Museum eingerichtet, das über die Freiburger Wasserversorgung informiert. Jedes Jahr findet im Sommer ein besonderes Highlight statt: das Wasserschlössle-Fest. An diesem Tag dreht sich alles um das Element Wasser. Unsere Experten geben spannende Einblicke für Groß und Klein, regionale Bands sorgen für musikalische Unterhaltung und besonders für Familien werden viele Spiele und Programmpunkte geboten.

    Durstlöscher für unterwegs

    Von Frühjahr bis Herbst fördern ausgewählte Freiburger Brunnen ununterbrochen frisches Trinkwasser bester Qualität. Wer vorbei kommt, kann sich kostenlos bedienen – ideal für Spaziergänger, Radfahrer oder Touristen, die sich unterwegs erfrischen möchten.

    Mehr zu unseren Trinkwasserbrunnen


    Wasserwerk Hausen an der Möhlin

    Das Wasserwerk in Hausen an der Möhlin versorgt den Freiburger Westen sowie viele Umlandgemeinden.

    Größere Wasservorkommen im Hausener Raum wurden schon früh vermutet. 1963–1964 wurden Bohrungen bis zu 120 m Tiefe und erste Pumpversuche durchgeführt, die die Erwartungen übertrafen. Es zeichnete sich ab, dass man in Hausen auf ein riesiges Grundwasserreservoir mit Wasser hervorragender Qualität gestoßen war. In seinem Einzugsgebiet befinden sich die ergiebigsten Reserven in Mitteleuropa bzw. die zweifache Menge des Bodensees.

    Mit der Fertigstellung des Wasserwerks Hausen im Jahr 1971 erhielt die Freiburger Wasserversorgung ein zweites Standbein neben dem Wasserwerk Ebnet. Dies war notwendig, da die Stadt Freiburg zuvor kräftig gewachsen war - und damit auch der Bedarf an Trinkwasser.

    Im Wasserwerk Hausen wird das Wasser aus sechs Brunnen gefördert. Diese Brunnen haben eine Tiefe von 80 – 120 Metern. Aus fünf der sechs erbohrten Tiefbrunnen werden heute über 9 Millionen Kubikmeter Wasser jährlich nach Freiburg gepumpt. Weitere rund 9 Millionen Kubikmeter Wasser erhält die Stadt nach wie vor aus dem Dreisamtal. Die leistungsfähigen Hausener Pumpen bewältigen die gesamte Strecke nach Freiburg und überwinden noch einen Höhenunterschied von rund 110 Metern zum Hochbehälter am Schönberg. Aktuell planen wir den Bau von zwei neuen Tiefbrunnen und beantragen das sogenannte Wasserrecht neu. So kann der Spitzenbedarf auch zukünftig gedeckt werden und die Entnahme des Grundwassers verteilt sich auf eine größere Fläche.

    Mehr zum Wasserrecht für das Wasserwerk Hausen

    Das Grundwasser stammt vom Belchen bzw. Münstertal und hat eine so gute Qualität, dass es nicht aufbereitet werden muss. Damit das so bleibt, liegt das Wasserwerk Hausen in einem Wasserschutzgebiet. Dort gelten besondere Auflagen, unter anderem für die Landwirtschaft. Wie wichtig der Wasserschutz und die regenerative Landwirtschaft sind, zeigt das Wa-Kli's Brot – ein Gemeinschaftsprojekt mit regionalen Partnern.


    Unsere Wasserwerke und Anlagen in Lahr

    Wasserwerk Galgenberg

    Das Wasserwerk Galgenberg versorgt die Kernstadt von Lahr sowie die Ortsteile Langenwinkel, Mietersheim, Kippenheimweiler, Hugsweiler und Sulz. Die Ortsteile Kuhbach und Reichenbach werden durch jeweils eigene Wasserwerke versorgt, die von der Giesenquelle, der Eichbergquelle und der Talquelle gespeist werden.

    Ende der 1980er- und in den 1990er-Jahren wurde in Lahr die heutige Trinkwasser-Infrastruktur mit dem Wasserwerk Galgenberg als zentralem Element geschaffen, um dem Trinkwasserbedarf der wachsenden Bevölkerung gerecht zu werden. Dafür wurden insgesamt 38 Millionen D-Mark investiert. Die Nachricht vom Abzug der kanadischen Streitkräfte 1994 hat die Planer vor eine große Herausforderung gestellt, denn plötzlich fehlten tausende Einwohner und das Trinkwassernetz war deutlich überdimensioniert. Zeitweise musste das System regelmäßig aufwändig durchgespült werden, damit es trotz fehlenden Durchflusses am Laufen blieb. In den folgenden Jahren hat sich dieses Ungleichgewicht durch Zuzüge von Bürgern wieder ausgeglichen.

    Heute versorgt das Wasserwerk Galgenberg ca. 44.000 Menschen zuverlässig mit bestem Trinkwasser. Pro Stunde liefert es dabei bis zu 860 m3 Wasser.

    Mehr zur Wasserversorgung in Lahr


    Wasserwerke Reichenbach und Kuhbach

    Das Wasserwerk in Lahr-Reichenbach, idyllisch am Eichberg gelegen, gewinnt das Trinkwasser aus den Reichenbacher Talquellen und den Eichbergquellen. Das Quellwasser wird in einer Rohwasserkammer gesammelt und anschließend aufbereitet. Danach dienen vier Reinwasserkammern mit einer Kapazität von bis zu 850.000 Litern als Zwischenspeicher, bevor das Trinkwasser ins lokale Versorgungsnetz und weiter zu jedem einzelnen Verbraucher gelangt.

    Seit 2015 verfügt das Wasserwerk über eine neue, hochmoderne Ultrafiltrationsanlage, die kleinste Trübungen und Partikel im Wasser, die das bloße Auge längst nicht mehr wahrnehmen kann, abfangen kann. Pro Stunde können ca. 36 m3 Trinkwasser aufbereitet und so die Wasserversorgung in Reichenbach verbessert und langfristig gesichert werden. Mehr zur Wasseraufbereitung im Wasserwerk Reichenbach

    Im Wasserwerk in Lahr-Kuhbach wird ebenfalls Quellwasser auf Trinkwasserqualität aufbereitet. Hier stammt das Wasser aus der Giesenquelle. Zusätzlich zur Versorgung der Bürger in Kuhbach, erfüllt das Wasser aus der Giesenquelle eine weitere wichtige Aufgabe: Es wird über Leitungen zum zentralen Wasserwerk Galgenberg gepumpt und dort beigemischt. Das Wasser aus der Giesenquelle ist im Vergleich zum dortigen Wasser aus dem Kaiserwaldbrunnen sehr weich. Das Mischverhältnis trägt also dazu bei, die Wasserhärte für die Lahrer Haushalte niedrig zu halten.

    Honigsüße Energie
    Bienenvölker Wasserwerke

    Wussten Sie, dass wir die Flächen rund um unsere Wasserwerke und Anlagen heimischen Imkern zur Verfügung stellen? Die weiten Grünflächen bieten einen idealen Lebensraum für Bienen. Als „die wahre Naturenergie“ wird der geerntete Honig dann für uns in Gläser abgefüllt. Dieser Honig wird den Imkern fair entlohnt und kommt als Geschenk bei Veranstaltungen und Aktionen zum Einsatz.

    Bereits seit 2016 ist badenova offizieller Partner und Sponsor des Badischen Imkerverbandes. Gemeinsam leisten wir so einen wichtigen Beitrag für mehr ökologische Vielfalt und mehr Nachhaltigkeit in unserer Region.